Frankreich 2019

Alleine im DUMBO unterwegs -

eine Herausforderung für mich.

 

Ich weiß, es ist schon eine Weile her und dass Ihr schon viel zu lange auf meinen Bericht wartet.

Aber das Aussortieren der Fotos hat diesmal richtig lange gedauert. Und ja, da bin ich ganz ehrlich, es gab zwischendurch Dinge, die mir wichtiger waren.

Doch jetzt bin ich mit Vollgas dabei und kann Euch die ersten Eindrücke präsentieren.

 

Ich habe Frankreich ganz bewusst als Reiseziel gewählt, weil ich diesmal ganz alleine mit DUMBO unterwegs sein wollte und für mich selber testen , ob ich mit dem ja nicht  ganz kleinen Fahrzeug zurecht kommen würde.

 

  • SteffiSteffi

 Da ich selber nicht wirklich groß bin, hätte es schon daran scheitern können, dass ich zwar ins Fahrerhaus komme, aber die Türe zum Koffer nicht öffnen kann, weil ich nicht an die Klinke komme! Also habe ich mir vorher eine kleine Trittleiter besorgt, die ich im Fahrerhaus deponiert habe und die ich jedes Mal erst holen musste, um den Koffer zu öffnen. Etwas aufwendig, aber machbar.

 

Die erste Kilometer waren wieder aufregend, obwohl ich ja schon öfter mit DUMBO gefahren bin. Aber je weiter ich mich von zuhause entfernt habe und mit passender Musik im Ohr, desto flüssiger lief es.

Den ersten Stop hatte ich im Schwarzwald geplant. Mein Schlafplatz war in Bad Bellingen, wo ich als Kind öfter im Urlaub war. Um 3:30 Uhr nachts hörte ich seltsame Geräusche, die ich nicht zuordnen konnte. Mutig bin ich raus in den Nieselregen und habe alles rund ums Auto abgesucht, aber nichts gefunden. Immerhin war danach alles ruhig.

Am nächsten Tag ging es über die Grenze nach Frankreich Richtung Beaune. Anfangs hatte ich leichte Orientierungsprobleme, die sich dann aber legten.

Beaune erreichte ich gegen Mittag, machte dann eine Stadtbesichtigung - ein netter kleiner Ort.

Auf der B974 ging es immer an einem Kanal entlang - eine wunderschöne Strecke durch die Bourgogne. Überall wird Torf abgebrannt und es roch sehr intensiv nach Rauch. Ich vermute mal, um Insekten fern zu halten.

In Digoin besichtigte ich die Kanalbrücke, die über die Loire führt. 

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Die Straßen sind gut ausgebaut und kostenfrei.

80 km vor Limoges in Chalus im Perigord stoppte ich an an einem Autohof um dort zu übernachten. In der Nähe gab es auch einen Supermarkt und ich tätigte einen ersten Einkauf und kochte später.

Nachmittags kam im Radio die Nachricht, dass Notre Dame in Paris brennt.

Mein erster richtiger Besuchsstopp war in St. Jean de Cole. Der Ort hat 366 Einwohner, eine sehr langer Geschichte bis weit ins 12. Jahrhundert hinein und gilt als eines der schönsten Dörfer in Frankreich.

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Anschließend suchte ich das Schloß Puyguilhem aus dem 16. Jahrhundert, das in der Mittagszeit leider geschlossen war. So wanderte ich noch durch den verschlafenen Ort und genoss die Stille, die nur vom Zirpen der Grillen unterbrochen wurde.

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Von dort aus wollte ich nach Perigueux und mir die Stadt ansehen, Aber viele Baustellen und viel Verkehr zerrten an meinen Nerven und ich wollte nur noch raus, habe getankt und mir einen kleinen Parkplatz an der Landstraße gesucht. Dann stand nur noch Auto herrichten und Duschen auf dem Programm und ich genoss die Abendsonne.

 

Am nächsten Tag fuhr ich zurück nach Perigueux, fand direkt einen Parkplatz und konnte mir jetzt in aller Ruhe die Stadt ansehen, was sich wirklich gelohnt hat. In vielen Straßen war Markt in dem Gerüche und Geräusche um meine Aufmerksamkeit kämpften und es herrschte eine entspannt-geschäftige Atmosphäre mit der typisch französischen Flair.

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Ich fuhr weiter nach Hautefort, eine Gemeinde mit weniger als 1000 Einwohnern und einem wunderschönen Schloß aus dem 17 Jahrhundert. 

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Und jetzt ging es zu meinem Lieblingsort auf der ganzen Fahrt: Saint Cirque Lapopie aus dem 12. Jahrhundert, mit einer Burgruine und einer Stadtmauer, die den Ort mit seinen steilen Gassen und den weitgehend erhaltenen Häuser aus dem 13. - 16. Jahrhundert umschließt.

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Schwierigkeiten mit DUMBO hatte ich anfangs nur mit dem Rückwärtsgang, der einfach nicht reingehen wollte. Das wurde zu einem ganz besonderen Adrenalin-Push, als ich auf dem Parkplatz stand, es vorne steil abwärts ging und ich einfach rückwärts dort raus musste!.

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Da bin ich an meine körperlichen und mentalen Grenzen gestoßen. Irgendwann beim gefühlt 163ten Versuch hat es dann doch geklappt und ich war fix und fertig, als ich endlich auf meinem Stellplatz für die Nacht war. Am nächsten Tag habe ich es auf ebener Fläche und mit viel Platz erneut versucht und ich habe die Feinheiten von DUMBO's Getriebe verstanden. Er mag es einfach nicht, wenn man vom 2ten in den Rückwärtsgang schaltet. Also immer brav zurück in den ersten Gang und dann geht es einwandfrei.

Von da an hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mehr und konnte die Fahrt unbeschwert genießen!

Eine Landschaft immer wieder zum Staunen und genießen! Hinter jeder Kurve wieder neue Hingucker - ich wäre vermutlich immer noch nicht zurück, wenn ich jedes Mal angehalten hätte!

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Aber ich wollte nach Rocamadour, einem weiteren Highlight auf der Fahrt. Hier gönnte ich mir mal einen Campingplatz für zwei Nächte, weil es einfach zu viel zu sehen gab.

Zum Einen machte ich die Nachtfahrt mit der kleinen Bahn durch den Ort mit vielen interessanten Informationen.

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Und am nächsten Tag bestaunte ich den ungewöhnlichen Ort bei Tageslicht und zu Fuß. Die große Treppe alleine hat 190 Stufen. Und dann noch der serpentinenartige Kreuzweg 

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Die Ursprünge gehen in das Jahr 968 zurück, die Wallfahrten auf den Eremiten Amadour zurück, der dort Zuflucht gefunden hatte und 1166 nahezu unverwest gefunden wurde.

Heute gehört es zum Französischen Jakobsweg und ist UNESCO Weltkulturerbe. Einer Legende zufolge soll das Schwert, was im Felsen steckt das Durendalschwert aus dem Rolandslied sein.

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Wieder ausgeruht ging es zum Affenpark bei Meyssac. Dort leben Berberaffen geschützt in einem riesigen Freigehege und man kann sie beobachten und fotografieren und kommt richtig nah heran.

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Üblich ist es dort in der Gegend, dass die Häuser ganz aus rotem Stein gebaut wurden, was der nächsten Stadt ihren Namen gab: Collognes -la-Rouge. mit der im 16. und 17 Jahrhundert typischen ländlichen Architektur gehört auch Collognes-la-Rouge zu den schönsten Dörfern Frankreichs.

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Die Verständigung klappte übrigens erstaunliche gut: stellte ich vorsichtig eine Frage, bekam ich einen Schwall Französisch als Antwort und habe dann doch nur einen Teil verstanden. Aber meine Frage war wohl gut genug. Der Dank gilt meinem Französischlehrer!

Geparkt hatte ich etwas außerhalb auf einem Wanderparkplatz mit ganz viel Ruhe.

Ich wollte gerne den Rundwanderweg gehen, der hier ausgeschildert war. Aber je weiter ich in den Wald hinein kam, desto unwegsamer wurde es: junge Buchentriebe wollten mir meinen Hut klauen und Brombeerzweige die Hose zerreißen, bis dann kein Weg mehr zu erkennen war. Hier hätte ich eine Machete gebraucht - also bin ich wieder zurückgegangen.

Von hier aus machte ich mich über Turenne, das extrem an einem Berg "klebt",

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und Les Eyzies de Taynac mit ganz viel Frühgeschichte und dem Cro-Magnon-Menschen, das ich später erneut besuchte, auf den Weg Richtung Bordeaux. 

Unterwegs entdeckte ich den frühgeschichtlichen Park von Reignac - den musste ich mir unbedingt ansehen.

 

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Kurz hinter Bordeaux in St. Jean d'Illes fand ich hinter einem Industriegebiet ein kleines Waldstück, in dem ich ungesehen prima stehen konnte. Ich verbrachte ich einige Tage der Erholung und machte Spaziergänge in dem Wald. Ab hier war ich dann auch nicht mehr alleine unterwegs.

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Weiter ging es über Issigeac, einem weiteren mittelalterlichen Städtchen mit vielen hübschen Winkeln:

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über Montpazier

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 nach Belves

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Domme ist mit seiner massiven Stadtmauer und den mächtigen Rundtürmen aus dem 13. Jahrhundert ebenfalls ein beeindruckender Ort

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Hier lohnt auch die Führung durch die Katakomben unter der Stadt.

Von dort aus ging es nochmal nach Les Eyzies de Taynac.

Dort empfehle ich neben der Stadtbesichtigung auch einen Besuch im frühgeschichtlichen Museum.

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Ein weiterer Höhepunkt dieser Reise war Sarlat-la-Caneda: die mittelalterliche Stadt reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und bezaubert durch die liebevoll restaurierten Häuser und Gassen, durch die zu schlendern wie eine Zeitreise ist. Wer sich einen Überblick über die Stadt verschaffen möchte, kann das in dem gläsernen Aufzug tun, der sich in der Turmspitze der Kirche Saint Marie befindet.

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Von hier aus ging es gemütlich zurück in Richtung Heimat.

 

Frankreich bietet für Camper allerbeste Voraussetzungen: Wohnmobil-Stellplätze in fast jedem Ort und alle 10 - 15 km einen Campingplatz - jedenfalls überall da, wo ich war.

Und ich habe oft auch ganz frei gestanden, auf Wanderparkplätzen zum Beispiel - ungestört und ruhig.

Insgesamt war ich 18 Tage unterwegs und bin ca 4.200 km gefahren.

Die Maut hielt sich in Grenzen und die Landstraßen waren ausnahmslos als gut zu bezeichnen - manchmal etwas eng.

Als Fazit kann ich festhalten, dass ich mit DUMBO bestens zurechtgekommen bin und auch das Reisen als Frau alleine kein Problem war.

 

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